Viele Pre-Workout Booster enthalten sogenannte NO-Expander, die teilweise auch als Vasodilatoren bezeichnet werden.

Typische Wirkstoffe dieser Gruppe sind zum Beispiel das L-Arginin oder auch das Citrullin Malat.

In diesem Blog erfährt ihr alles Wissenswerte rund um dieses Thema, die Funktionsweise und welche Wirkstoffe auch wirklich was bringen in der Praxis.

Wie in vielen anderen Bereichen existieren auch sehr viele unbrauchbare Produkte auf dem Markt. Dieser Blog soll hier etwas Aufklärung in diesem Bereiche leisten.

Viel Spass beim Lesen!

Vasodilatoren/NO-Booster/NO-Expander

Unter den Begriffen der obenstehenden Überschrift verstehen wir den Vorgang der Vasodilation.

Unter Vasodilation versteht man die “Ausdehnung” bzw. “Erweiterung” von Blutgefässen, d.h. die Vergrösserung ihres Lumens. Dadurch entsteht ein besserer Blutfluss, die Nährstoffe können besser transportiert werden und es herrscht eine höhere Stickstoffkonzentration im Blut/Muskel vor. Folglich spüren wir einen grösseren “Pump“ im trainierten Muskel.

Stickstoffmonoxid reguliert den Blutfluss, bekämpft schädliche Radikale und spielt ausserdem eine wichtige Rolle in der Zellkommunikation.

Daher führt ein höherer NO-Spiegel zu einer höheren Leistung und folglich zu mehr Muskeln.

Schauen wir uns die wirksamen Substanzen im Einzelnen mal an:

L Arginin

L-Arginin ist eine semiessentielle Aminosäure. Sie kann aus Glutamat synthetisiert werden. Unter veränderten Stoffwechselbedingungen und bei raschem Wachstum kann sie aber durchaus essentiell werden. Diese Aminosäure hat den höchsten Masseanteil an Stickstoff aller proteinogenen Aminosäuren.

Arginin ist an zahlreichen Funktionen im Körper beteiligt. Arginin ist die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO) im Körper.

Arginin ist auch an der Freisetzung von Wachstumshormon beteiligt.

Ich empfehle die Einnahme von L-Arginin AKG (Alpha-Ketoglutarat). AKG als Trägersubstanz (Salz) erhöht die Bioverfügbarkeit von L-Arginin. Der Körper kann das L-Arginin besser aufnehmen und verwerten.

Arginin AKG ist viel potenter als normales L-Arginin. Von der  Einnahme von normalem L-Arginin rate ich ab, da hier durch die schlechte Verwertung keine spürbare Wirkung eintreten wird.

Sehr empfehlenswert ist eine Kombination von L-Arginin AKG mit weiteren Arginin Verbindungen wie L-Arginin-Malat , L-Arginin-Pyroglutamat und L-Arginin-Ketoisocaproat. Hier profitiert man von einer synergistischen Wirkung.

Ornithin/OKG

Wird Ornithin zusammen mit Arginin zugeführt, steigt der Argininspiegel. Die durch Arginin induzierte Wachstumshormon-Freisetzung wird durch Ornithin verstärkt.

Es empfiehlt sich Ornithin in Form von OKG zu supplementieren, also der Veresterung von Ornithin mit der Alpha-Ketoglutarsäure.

Citrullin Malat

L-Citrullin ist eine nicht proteinogene Aminosäure, die von Pflanzen und Tieren produziert wird. Sie ist ein Zwischenprodukt des Harnstoffzyklus im Zuge der Umwandlung von Ornithin zu Arginin und trägt dazu bei, Ammoniak zu entgiften.

Man könnte nun annehmen, dass eine Supplementierung bei einer bestehenden Einnahme von Arginin überflüssig ist, da es sich bei Citrullin nur um eine Vorstufe handelt. Allerdings zeigt sich bei der Gabe von Citrullin und L-Arginin einen höheren Anstieg des Arginin-Levels, was wiederum eine höhere NO-Konzentration mit sich führt.

Nitrat

Aktuell gibt es diverse Supplemente auf dem Markt die Nitrat-Verbindungen von diversen Aminosäuren und Kreatin enthalten.

Nitrat senkt den Blutdruck und sorgt für eine gesunde Verdauung. Es fördert die Durchblutung durch Erhöhung der Stickstoffkonzentration. Lange Zeit ging man davon aus, dass Nitrate/Nitrite grundsätzlich im Körper in krebserregende Nitrosamine umgewandelt werden. Dies wurde durch aktuelle Untersuchungen widerlegt. Nitrosamine entstehen nur unter bestimmten Voraussetzungen, nämlich unter gleichzeitiger Anwesenheit sekundärer Amine einem vorherrschenden ph-Wert unter 5,5 oder bei starkem Wärmeeinfluss.

Heute geht man von einer gesundheitsfördernden Wirkung – richtige Anwendung vorausgesetzt – von Nitrat/Nitrit aus. Mit Nitrat angereicherte Supplemente sind absolut unbedenklich und der Gesundheit und Leistung förderlich.

Nitrat kommt natürlich in diversen Gemüsesorten vor, wie Spinat, Sellerie, Salat, Rettich, Radieschen, Mangold und besonders reichhaltig in Rote Beete.

Ca. 25% des aufgenommenen Nitrats reichert sich im Speichel an und wird dort am Zungengrund in Nitrit umgewandelt. Dieses Nitrit geht vom Magen-Darm- Trakt ins Blut über und regt die Bildung von Stickstoffmonoxid an.

Dieses Gas ist einer der potentesten Blutverdünner.

Es weitet die Gefässe und vermindert die Verklumpung der Blutplättchen. All das zusammen genommen kurbelt die Durchblutung an. Die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen verbessert sich. Nebenbei wirkt Stickstoffmonoxid auch antibakteriell und tötet Keime ab. So kann es Entzündungsvorgängen vorbeugen. Der Körper ist sogar in der Lage,selbst Nitrit und Stickstoffmonoxid zu bilden und damit den Blutfluss eigenmächtig zu regulieren.

Die Einnahme von Nitratprodukten führt zu einer merklichen Verbesserung der Muskelausdauer, was sich insbesondere bei hochvolumigen Trainings bemerkbar macht. Ich bin ein klarer Befürworter der Einnahme von Nitrat-Produkten.

GPLC

Bei GPLC (Glycin Propionyl L-Carnitin Hydrochlorid) wurde dem L-Carnitin eine zusätzliche Glycin- Komponente eingebaut und mit dem Propionyl-Ester verestert.

In zwei unterschiedlichen Studien wurde gezeigt, dass GPLC eine Erhöhung des Nitrat/Nitrit-Levels im Blut bewirkt. Es führt also zu erhöhter Stickstoffbildung im Blutplasma.

Darüber hinaus soll GPLC zu einer zeitlichen Verzögerung in der Anhäufung von Laktat führen. Dies wiederum bedeutet eine verzögerte Ermüdung der schnellen Muskelfasern unter mechanischer Belastung.

Weitere Wirkstoffe

Es existieren noch diverse andere Wirkstoffe auf dem Markt, wie beispielsweise Agmatinsulfat, welches auch eine gute Wirkung besitzen soll. Da es sich dabei um relativ neue und – zumindest von mir – in der Praxis noch wenig erprobte Supplemente handelt, werde ich darauf zu einem späteren Zeitpunkt eingehen.

Empfehlung

Wir haben nun die wichtigsten und vor allem wirksamen Substanzen der Kategorie Vasodilatoren (NO-Booster) kennengelernt. Ich empfehle die Einnahme aller Substanzen gleichzeitig um vom synergistischen Effekt zu profitieren.

Die Einnahme geschieht ca. 20-30 Minuten vor dem Training.

Man könnte nun auch annehmen, dass die alleinige Gabe einer Substanz in einer sehr hohen Dosis doch auch vielmehr bringen sollte. Das ist aber leider nicht so, denn der limitierende Faktor sind die bei der Verwertung involvierten Enzyme im Körper. Durch die Kombination mehrerer Substanzen gleichzeitig, werden auch unterschiedliche Enzyme bei der Verwertung aktiv und die finale Stickstoffkonzentration wird höher sein.

Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen, bei dem doch sehr komplexen Thema der Stickstoffsteigerung im Blut (Vasodilation).

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